Erfahrungsberichte
Es folgt eine Auswahl von Erfahrungsberichten, die uns Absolventen des ersten juristischen Staatsexamens in den vergangenen Jahren zukommen ließen.
Wir freuen uns stets über neue Zusendungen, am besten per E-Mail an Frau Lippstreu.
Markus (Termin 2009/II):
Examensvorbereitung mit der Uni !
Vor inzwischen schon längerer Zeit stand ich, wie meine „Vorredner“ auch, am Glaskasten vor der Zivilrechtsbibliothek und habe mit großem Interesse die Erfahrungsberichte gelesen, die mich dann letztlich davon überzeugt haben, mich mit der Uni auf das Examen vorzubereiten. Bei mir führte es zu einem „vollbefriedigenden“ Ergebnis im Staatsteil.
Doch der Reihe nach:
Ich habe von Beginn an meines Studiums versucht dabeizubleiben, wobei ich gestehen muss, es auch nicht immer geschafft zu haben. Nach dem fünften Semester war ich scheinfrei, den Schwerpunkt habe ich im sechsten und siebten Semester gemacht und die dazu gehörende mündliche Prüfung nach dem schriftlichen Examen, doch diese Studienordnung gilt ja schon nicht mehr. In dieser Zeit habe ich auch angefangen, mich mit der Vorbereitung auf das Erste Staatsexamen zu beschäftigen, wobei ich in dieser Zeit noch auf dem einen oder anderen Irrweg gelaufen bin. Ein Patentrezept, das für alle gleichermaßen gilt, gibt es leider nicht, so dass jeder für sich seinen eigenen Weg herausfinden muss. Dieser Bericht gibt aber hoffentlich einige Anregungen, weil die grobe Linie dann doch wieder die Gleiche ist – daher früh anfangen sich mit dem Thema Examen zu beschäftigen.
So habe ich anfangs gedacht, es würde ausreichen, sich ausschließlich das abstrakte Wissen anhand der gängigen Lehrbücher anzueignen (Grundrisse des Rechts, Kurzlehrbücher etc.), ein Skript daraus zu fertigen und Klausuren zu schreiben. In dieser Zeit fand auch eine Informationsveranstaltung des Examinatoriums Zivilrecht statt. Dort wurde uns dann gesagt, dass man sich anhand eines Fallkompendiums, wie es die Fälle der Examinatorien sind, den Stoff erarbeiten solle. Das war erst einmal ein Schreck, da es das Gegenteil meiner bisherigen Arbeitsweise war. Ich habe mich dann aber trotzdem sehr schnell auf das neue System umgestellt. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Lerneffekt nun viel größer war, wenn man am Fall arbeitet und sich daraus ein Skript anfertigt. Diese Erfahrung haben auch viele andere schon gemacht. Zum Glück wurde die Examensvorbereitung zu der Zeit an der Uni so ausgebaut, wie sie jetzt existiert, nämlich als Ganzjahresprogramm. Damit konnte ich nach dieser „Testphase“ im siebten Semester richtig loslegen.
Ich habe sämtliche Veranstaltungen des Examinatoriums besucht und mir anhand der Fälle ein Skript gemacht, mit Aufbauschemata, Definitionen, Problemstellungen und Übersichten mit dem ich dann gelernt habe.
Als zweiten wichtigen Punkt habe ich seit dem sechsten Semester alle Klausuren des Uni-Klausurenkurses mitgeschrieben. Wichtig ist hierbei, dass man die Klausuren in jedem Fall ohne Hilfsmittel in fünf Stunden schreiben sollte, selbst wenn man von diesem Gebiet (noch) keine Ahnung hat, denn auch im Examen kann es passieren, dass man mit einem Themengebiet konfrontiert wird, das einem nicht all zu viel sagt. Da ist es dann Gold wert, wenn man eine Technik hat, mit der man sich Unbekanntem nähert. Unter dem Strich kam ich so auf ca. 70 Klausuren.
Im letzten halben Jahr habe ich dann den Stoff anhand meiner Skripten ca. 2 – 3-mal wiederholt und in den letzten beiden Monaten vor dem Examen täglich eine Klausur gegliedert, die ich aus den einschlägigen Zeitschriften und der Klausurwerkstatt hatte. Das waren dann noch einmal ca. 50 Klausuren.
Im Examen kam dann aber leider nicht ganz das Ergebnis heraus, das ich mir als Ziel gesteckt hatte, was wohl daran lag, dass ich aus verschiedensten Gründen immer wieder aus der Examensvorbereitung geworfen worden bin und dann mit aller Gewalt versucht habe doch noch mein Pensum zu erledigen. Ich kam dann leider kraftlos und zu verkrampft im Examen an, so dass ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr gesehen habe. Doch nun zur guten Nachricht: ich bin daraufhin zu Assistenten des Examinatoriums gegangen und habe meine Geschichte erzählt, woraufhin ich ermutigt wurde, es gleich im Folgetermin noch einmal versuchen. Dabei habe ich wertvolle Tipps bekommen, an die ich mich dann auch gehalten habe, d.h. ich bin erst einmal in den Urlaub gefahren und habe mich über das bestandene Examen gefreut, das ja auch keine Katastrophe war – immerhin ein „kleines Prädikat“. Zwei Wochen vor Beginn des Termins im Herbst habe ich dann vormittags jeweils in der Zeit von ca. halb neun bis halb zwei ein bis zwei Fälle gegliedert, um wieder in den Rhythmus zu kommen. Die Klausuren waren dabei thematisch breit gestreut, um gleichzeitig den Stoff zu wiederholen. Mein Skript habe ich mir nur noch vereinzelt in Ausnahmefällen angeschaut, wenn Fragen offen geblieben sind. Nachmittags war dann Freizeit angesagt. Nun kam endlich besagtes „vollbefriedigendes“ Ergebnis heraus. Dabei hat mir sicherlich sehr geholfen, dass ich direkt im Folgetermin noch einmal geschrieben habe und bereits zum Referendariat angemeldet war. Ich hatte also nichts zu verlieren außer ca. vier Wochen der ohnehin langen Sommerferien nach dem Examen.
Alles in Allem kann ich die Examensvorbereitung mit der Uni nur weiterempfehlen, da die Fälle sehr ausgereift und die Dozenten wirklich sehr engagiert sind. Sie können einen motivieren die lange Zeit durchzuhalten. Auch die immer wieder aufkommenden Zweifel an deren rhetorischen und didaktischen Fähigkeiten, kann ich nicht bestätigen. So wurden die wichtigen Punkte häufig wiederholt und Probleme anhand einprägsamer Beispiele, an die man sich gerne erinnert, verdeutlicht. Auch wenn die Fälle manchmal sehr umfangreich sind, sollte einen das nicht abschrecken, da das für die Entwicklung von Problembewusstsein notwendig ist. Außerdem ist die Examensvorbereitung ein ständiger Kampf gegen das Vergessen und da ist es gut, wenn man sich ein tendenziell zu umfangreiches Wissen aneignet, als wenn man sich von vornherein nur auf das Notwendigste beschränkt.
Die Tatsache, dass ich erst beim zweiten Anlauf zu dem Ergebnis gekommen bin, das ich mir immer als Ziel gesteckt habe, war dabei jedenfalls nicht auf das Programm an der Uni zurückzuführen, sondern wohl eher ein persönliches Problem und soll gleichzeitig all diejenigen ermutigen, es noch einmal zu versuchen, die glauben sich „unter Preis verkauft zu haben“ – das Wissen war ja da.
Viel Spaß und Erfolg mit dem Examinatorium!!!
Benedikt (Termin 2009/I):
Erfahrungsbericht Tutorium Zivilrecht 2007 – 2009
Für mich geht hier gerade ein Traum in Erfüllung. Vor ca. zwei Jahren stand ich vor dem Glaskasten des Tutoriums Zivilrecht und habe die anderen Erfahrungsberichte gelesen. Ich habe schon zu diesem Zeitpunkt beschlossen, eben einen solchen zu verfassen, sollten bei mir im Examen die Noten etwa annähernd so ausfallen. Das ist jetzt so geschehen. Ich habe in meinem Examen in den drei Zivilrechtsklausuren einen Schnitt von über 12 Punkten abgeräumt. Alles nur aufgrund der Vorbereitung mit dem Tutorium Zivilrecht. So viel zu den Fakten. Nun mal alles auf Anfang:
1. Examensvorbereitung
Ich will hier zunächst mal in Grundzügen meine persönliche Examensvorbereitung skizzieren. Das bedeutet nicht, dass ich hier ein Dogma aufstellen will nach dem Motto, „nur so geht’s“. Die Examensvorbereitung ist eine sehr persönliche und individuelle Sache. Dafür gibt es kein perfektes Rezept! Wichtig ist nur, dass Ihr Euch für eine Sache entscheidet und nicht dauernd die eigene Konzeption über den Haufen werft.
Ich habe mich persönlich von Anfang an dazu entschlossen meine Examensvorbereitung mit der Uni zu machen, d.h. ohne kommerziellen Repetitor. Ich war noch nicht einmal beim Probehören. Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen hatte ich schon im fünften Semester diverse Tutoriumsveranstaltungen besucht und war vom Konzept des Examinatoriums voll und ganz überzeugt. Ferner fehlte mir die Motivation, bis zu 200 € im Monat zum Rep zu tragen (hätte ich mir auch gar nicht leisten können!). Weiter war mein Verhältnis zu diversen Repetitoren schon gestört, da ich im dritten und vierten Semester auf Anraten eines Kommilitonen nur mit deren Skripten für die VÜs gelernt habe. Die Ergebnisse waren jedoch mehr als enttäuschend. Nach gewisser Zeit fand ich die Konzeption dieser Skripten auch mehr als peinlich, da diese, meines Erachtens, nach dem Motto „Jura für Dumme“ aufgebaut sind. Ich wollte mich aber nicht darstellen lassen, als wäre ich zu beschränkt, um irgendwie irgendwann einmal in die höheren Sphären der Jurisprudenz aufzusteigen. Ich entschied mich dann in der Mittelphase, das Tutorium zum Verwaltungsrecht von Prof. Wolff zu besuchen und ausschließlich mit dessen Fällen zu lernen. Et voilà: Mein VÜ Schein in Ö-Recht kann sich wirklich sehen lassen
Schließlich habe ich im sechsten Semester mit der Examensvorbereitung begonnen, wobei ich im Nachhinein gestehen muss, dass ich in diesem Semester erst gelernt habe, wie man überhaupt richtig lernt.
Natürlich habe ich zu Beginn völlig planlos angefangen und zu jedem Rechtsgebiet ein Buch durchgeackert (Köhler, Brox, Degenhart, Detterbeck, Wessels usw.). Das ist zwar fürs Wissen gut, bringt aber für die Falllösung gar nichts. Im Examen werden Klausuren geschrieben. Deswegen muss man den Stoff auch anhand von (anspruchsvollen) Fällen erarbeiten. Dies wurde mir gegen Ende des Semesters auch klar und ich habe den Schuldrecht BT Kurs des Tutoriums durchgearbeitet.
Zu Beginn des Wintersemesters 07/ 08 wurde dann das Münchener Examenstraining ins Leben gerufen und ich habe von diesem Zeitpunkt an alle angebotenen Veranstaltungen besucht. Meine Woche sah dann in etwa so aus: Besuch der Veranstaltungen, Nachbearbeiten sämtlicher Fälle (Exzerpieren aus Karteikarten) und am Samstag Klausur. Daran änderte sich auch erst einmal ein Jahr lang nichts. Mir war immer sehr wichtig, dass nicht zu viele bzw. gar keine Fälle liegen bleiben, d.h. ich habe immer den ganzen Stoff der Woche nachgearbeitet. Das ist manchmal ziemlich anstrengend, aber egal. Das Studium ist halt kein Kinderfasching. Nach ca. einem Jahr wurden dann die Noten in den Probeklausuren auch langsam besser. Dies bestätigte mich, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. Die Klausuren haben sich dann schon auf einem Niveau von relativ konstanten 8-9 Punkten eingependelt, wobei natürlich immer mal wieder der eine oder andere Rückschlag zu verkraften war. Im August standen schließlich zwei Wochen Erholung auf dem Plan (ja das geht und das ist auch wichtig, genauso wie mindestens ein freier Tag die Woche! Sieben Tage durchlernen ist kontraproduktiv!!!).
Im letzten halben Jahr habe ich dann den Stoff anhand meiner Unterlagen wiederholt, weiter Klausuren geschrieben und noch mal ca. 50 Klausuren gegliedert. Ab und zu habe ich mit ein paar Kollegen eine AG gemacht, wobei das eigentlich immer lockere Stoffbesprechungen waren. Wir saßen dafür gemütlich im Jura Café und haben unsere Unterlagen verglichen, d.h. auf Vollständigkeit überprüft. Nach eineinhalb Jahren effektiver Lernzeit bin ich dann ins Examen gegangen – und mit einer zweistelligen Punktzahl (ohne Schwerpunkt) wieder rausgekommen. Gearbeitet hab ich ausschließlich mit den Materialien des Tutoriums
Also hier mal meine Examensvorbereitung im Kurzüberblick:
- 5-6 Tage die Woche; 8 Stunden pro Tag
- ein Tag die Woche zwingend frei (im Sommer das ganze Wochenende)
- über 70 geschriebene Probeklausuren
- über 50 Klausuren gegliedert
- viel Sport - als Ausgleich
2. Vorurteile
Am Ende will ich noch versuchen ein paar Vorurteile auszuräumen bzgl. des Tutoriums, die mir Laufe des Studiums immer wieder von Rep Studenten entgegengebracht wurden.
- Die Fälle in den Hauptgebieten sind zu knapp und greifen nicht den ganzen Stoff ab
Die Behauptung ist falsch. Die Fälle für BGB I-III sind sehr ausführlich. Wenn man sie durcharbeitet inkl. der systematischen Übersichten, hat man sich das Handwerkszeug erarbeitet, welches man fürs Examen braucht. Manche Reps sind was dies anbelangt, denke ich, noch nicht aufgewacht. Es macht heute keinen Sinn mehr, nur in den „Basics“ fit zu sein. Der Schwerpunkt liegt mittlerweile nicht selten auf den Nebengebieten (Arbeitsrecht, Erbrecht, ZPO!). Gerade hier hatten die Tutoriums Leute nach meiner Einschätzung einen enormen Vorsprung vor den anderen Kandidaten
- Die Fälle sind insgesamt zu schwer und zu umfangreich
Richtig ist, dass sich ein paar Fälle des Examinatoriums an der Grenze des Machbaren bewegen. Ich denke da nur an „Konkurrenz belebt das Geschäft“, „Chinese Pizza“ oder „Trau’ schau’ wem“. Fakt ist aber auch, dass, wenn man diese Fälle mal in den Grundzügen durchdacht hat, man sicher sein kann ein extrem hohes Niveau im Zivilrecht erreicht zu haben. Nur die Harten kommen in den Garten!
Es stimmt auch, dass die Fälle zum Teil sehr umfangreich sind. Das liegt aber daran, dass sie auf Wissensvermittlung angelegt sind. Nach Durcharbeiten der vier Fälle zum Kaufrecht braucht man kein Lehrbuch ergänzend mehr heranzuziehen. Man kann sich sicher sein, dass damit alle relevanten Probleme aufgegriffen wurden. Ansonsten ist das Niveau der Fälle durchweg hoch. Aber das reicht einem später im Examen eher zum Vorteil als zum Nachteil
- Die kommerziellen Repetitoren sind die besseren Didaktiker
Jetzt kommt’s ganz darauf an, was man erwartet. Ich persönlich bevorzuge Dozenten, die weder schreien, noch zu Beginn jeder Stunde nervös mit Ihrem Porsche Schlüssel spielen und mir vorkauen, wie dumm ich eigentlich bin, dass ich ihnen das ganze Geld nachtrage. Ich wollte keine Kurse bei Volksrednern, sondern bei Leuten, die mir was beibringen.
Das war bei allen Dozenten des Tutoriums der Fall. Und ich hatte selbst im Examen noch diverse Szenen aus dem Tutorium vor mir. Vor allem muss ich bei manchen Zitaten immer noch schmunzeln:
- „Sie gehen zu ihrer Nachbarin und sagen, dass sie einen Betreuer braucht“ (Dr. Herresthal zum Streit bzgl. der Anwendbarkeit der GoA auf nichtige Verträge)
- „Hochzeitsnachttheorie: Aufhebung, Übertragung, Belastung und Inhaltsänderung“ (Frau Dr. Auer zur Definition der Verfügung)
usw.
3. Fazit
Es gäbe noch so viel mehr zu berichten. Aber ich denke, ich konnte schon einen ersten Einblick in die Welt des universitären Examenstrainings vermitteln. Ich kann alle Examenskandidaten nur ermutigen sich das Programm einmal vorurteilsfrei anzusehen. Wie man sieht, kann man mit dem Tutorium Zivilrecht ein ganz passables Examen schreiben.
Christian (Termin 2009/I):
Examensvorbereitung mit dem Münchner Examenstraining
Vor etwas mehr als einem Jahr stand ich am Schaukasten an der Zivilrechtsbibliothek und fragte mich, ob ich es wirklich wagen soll: Examen ohne Rep? Auch ich war zu jedem Repetitor gelaufen, hatte „probegehört“ und mir Skripten schenken lassen, habe mit vielen Kommilitonen gesprochen – jeder hat etwas anderes geraten – und eben auch viele Erfahrungsberichte gelesen.
Ich habe mich für die Vorbereitung mit dem Münchner Examenstraining entschieden und bin im Staatsteil auf 10,5 Punkte gekommen.
Weil ich selbst von den Erfahrungen Anderer profitiert habe, möchte ich die Meinigen hier weitergeben. Es gibt viele Wege zu einem erfolgreichen Examen, wichtig ist, dass man seinen persönlichen findet. Meine Vorbereitung sah jedenfalls so aus: Nach Ablegung des Schwerpunkts habe ich ein Jahr und 3 Monate gelernt. Im Allgemeinen habe ich mir anhand von Fällen und Übersichten eigene Übersichten erstellt, die ich dann gemeinsam mit den Fällen wiederholt habe. Meine Lernwoche zählte 5 1/2 Tage, am Ende sogar 6. Ich habe die Veranstaltungen des Examinatoriums regelmäßig besucht und die Fälle mit einer Arbeitsgemeinschaft zusammen mit 3 Freunden nachbesprochen. Daneben gehörten nach einer kurzen Aufwärmphase der Klausurenkurs und im letzten halben Jahr auch die Klausurenwerkstatt zu meinem Programm. In allen Veranstaltungen habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Dozenten sehr engagiert sind und Anregungen gerne aufnehmen. Im Strafrecht habe ich mich ausschließlich auf die Unterlagen des Examinatoriums verlassen. Sie sind sehr gut strukturiert und der Stoff lässt sich anhand der Gesamtübersicht, auf der alle Problemfelder vermerkt sind, schön repetieren. Im öffentlichen Recht habe ich neben den Fällen in vielen Fächern auch ein Lehrbuch zurate gezogen, um den Stoff noch etwas zu vertiefen. Ex post wäre dies eigentlich nicht nötig gewesen. Im Zivilrecht habe ich ebenfalls hauptsächlich mit den Tutoriumsunterlagen gearbeitet und hier mein Wissen auch anhand von Literaturverweisen und Lehrbüchern erweitert. Wenn es zu den Fächern systematische Übersichten, Gliederungen oder Schemata gab, war dies sehr hilfreich.
In der Nachbetrachtung kann ich sagen, dass der Stoff, der in meinem Termin gefragt war, durch die Unterlagen in allen Fächern sehr gut abgedeckt war. Da im Examen aber nicht nur bekannte Probleme gefragt sind, habe ich regelmäßig Klausuren geschrieben, die ich entweder anhand der Lösungsskizze oder der Besprechung verbessert habe. Der Klausurenkurs ist zwar thematisch zwischen den Dozenten nicht abgestimmt, aber auch das ist in der Nachbetrachtung förderlich: Denn auch das Examen folgt in Themenwahl und Klausurenausgestaltung Gesetzen, die nicht unmittelbar einleuchten. Es fördert das eigene Denken, wenn der Klausurenersteller eine Sache einmal anders aufbaut als im Examinatorium und die Lösungsskizze etwas anders ausfällt als gewohnt. Diesen Lernprozess kann man in der Klausurenwerkstatt noch intensivieren. Hier erhält man besonders wertvolle taktische Tipps, außerdem übt man mit Originalexamensklausuren. Da man seine Lösung nicht ausformulieren muss, kann man dies zeitlich mit den anderen Veranstaltungen kombinieren.
Nach dem schriftlichen Teil habe ich erst einmal pausiert. Dann habe ich die Veranstaltungen der professoralen Ergänzungen in Anspruch genommen. Diese helfen bei der Motivation halten einen auf dem Laufenden, was die Rechtsprechung angeht. Besonders geholfen hat mir die Veranstaltung von Professor Dr. Rimmelspacher, in der die mündliche Prüfung simuliert wird. Denn wie bei Klausuren gilt auch hier: Übung des Ernstfalls macht den Meister. Jede Woche werden 3 Studenten eine Stunde lang geprüft, danach wird die Prüfung inhaltlich und im Hinblick auf die soft-skills in der Gruppe besprochen, im Anschluss findet noch eine Video-Analyse statt.
Als Fazit kann ich sagen, dass ich meine Vorbereitung gelungen fand, ich würde es heute auch wieder so machen. Wichtig ist, dass man seinen eigenen Weg findet und eine gute Balance findet. In diesem Sinne wünsche ich viel Glück, Spaß und Erfolg.
Clemens (Termin 2006/II):
Kurzer Erfahrungsbericht für alle Studierenden: Examen mit der Uni Hallo an alle Jurastudenten, die hier Anregungen für die Planung der Examensvorbereitung suchen! Auch ich habe im Termin 2006/II mein Examen abgelegt mit einer Gesamtnote von 12,62. Meine Vorbereitung habe ich im Zivilrecht mit der Uni bestritten, wobei dem Tutorium der größte Stellenwert zuteil wurde. Zunächst einmal ging es mit dem Grundkurs von Prof. Lorenz los, der mir damals viel Spaß machte und bei dem man vor allem schon eine Menge mitnehmen kann – stetiges „am Ball bleiben“ von Anfang an ist meiner Meinung nach eh Gold wert. Ab dem vierten Semester hab ich dann die Tutorien besucht, wobei die Nebengebiete erst einmal außen vor blieben. Nachdem ich nach dem fünften Semester scheinfrei war, überlegte ich mir lange, ob ich mit oder ohne Repetitor lernen wollte. Ich entschied mich dafür den Weg mit einem Freund zusammen und mit der Uni zu beschreiten, denn wir hatten aus den ersten Semestern zumindest einen Überblick was so alles kommt, wir konnten auf diese Weise flexibler lernen und für mich persönlich war es sehr wichtig der völlig unnötigen Panik vor dem Examen auszuweichen. Außerdem sah ich mich in der Lage mich selbst zu motivieren und brauchte dazu keine „aufmunternden“ Sprüche eines Repetitors. Nachdem Wir einen Plan gemacht hatten was alles zu bewältigen sei und wie viel Zeit wir ungefähr dafür brauchen wollten, legten wir dann los mit den Unterlagen des Tutoriums, flankiert mit Lehrbüchern für interessante Einzelfragen und einen zweiten Blickwinkel auf (scheinbar) schon vollständig Verstandenes. Wir hatten ein Wochenpensum an Fällen und Themen und tauschten uns dann jede Woche in einer ca. fünfstündigen AG aus (Fälle stellen, erkannte Fallen erklären, interessante Verbindungen zeigen, Fragen stellen). Sehr hilfreich waren auch immer die Übersichten (und die von mir leider erst spät entdeckten Jus-Lern CDs, die auch von Tutoriumsleuten und Münchner Professoren stammen), sowie natürlich das abendliche Tutorium selbst und die Möglichkeit dort Fragen zu stellen, die ausführlich gemeinsam mit den Dozenten geklärt wurden. Vielen Dank für Ihre Hilfe und Geduld auch von mir nochmals an die unglaubliche Frau Dr. Auer, Herrn Dr. Herresthal, Herrn Fornasier und Herrn Werner, sowie die schon ausgeschiedenen Herren Riehm und Thume! Daneben habe ich auch einige andere Univeranstaltungen im Zivilrecht besucht, etwa gelegentlich das Examinatorium und z.B. im Arbeitsrecht eine Veranstaltung bei Prof. Franzen. Sehr wichtig war zudem sicher auch das Klausurenschreiben, das man an der Uni oder bei seinem Repetitor unbedingt wahrnehmen sollte. Ich schrieb einige Klausuren an der Uni und bin dann ein Jahr zu Dr. Knöringer gegangen bei dem ich nochmals sehr viel an Systematik dazu gewann. Für das öffentliche Recht und das Strafrecht kann ich Univeranstaltungen ebenfalls sehr empfehlen, insbesondere die Ö-Rechtsexaminatorien an der Uni, sowie die gleichnamigen Beck´schen Bücher und das Klausurenangebot an der Uni. Alles in allem denke ich ist die Entscheidung, ob man sich mit der Uni oder dem Repetitor oder sonst irgendwie auf das Examen vorbereitet eine sehr persönliche Entscheidung. Ich kann nur festhalten, dass es jedenfalls auch mit der Uni (speziell unserem Tutorium!) und einem Freund und gegenseitiger Motivation gut geht und interessant ist, wenn man gerne flexibel an persönlichen Schwächen arbeitet. Das einzige was ich wirklich als absolute Empfehlung aussprechen kann ist: nur keine Panik! Teils schlechte Übungsklausuren gehören zum System und wer am längsten in einer Bibliothek sitzen kann, bekommt nicht allein dafür einen Preis. Erholung ist auch wichtig – nie verrückt machen lassen! Ich wünsche Euch viel Erfolg und auch Spaß mit dem Tutorium!
Maximilian (Termin 2004/I):
Liebes Tutoriumsteam,
ich möchte mich ganz herzlich für Eure ganz außerordentlich engagierte, kompetente und motivierende Hilfe bei der Examensvorbereitung bedanken!
Nach gut anderthalb Jahren Lernzeit habe ich mein Examen 2004/I mit der Note "Vollbefriedigend" geschrieben. Ich habe mich im Zivilrecht ausschließlich mit Hilfe der Tutorien vorbereitet und auf den Besuch eines Repetitors verzichtet.
Mehr denn je bin ich nun davon überzeugt, dass es für jeden Jurastudenten ohne weiteres möglich ist, ohne kommerziellen Repetitor ein Examen zu machen, das den persönlichen Möglichkeiten entspricht. Es leuchtet mir überhaupt nicht ein, warum immer behauptet wird, eine Vorbereitung ohne Repetitor sei nur für die absoluten Jurafreaks etwas, man müsse sich über die weit überdurchschnittlichen Ergebnisse der Nicht-Repetitoriumsgänger nicht wundern. Jemand, der sein ganzes Studium über Scheine um die 4 Punkte geschrieben hat, kann sich genauso hinsetzen, sich einen Lernplan machen und am Ende ein Examen im Bereich "befriedigend" machen.
Im Einzelnen: Insgesamt habe ich das komplette "Tutoriumsprogramm" zweimal durchlaufen: das erste Mal parallel zu den großen Scheinen, wobei ich auch Veranstaltungen habe ausfallen lassen und die Fälle nicht immer nachgearbeitet habe. Im zweiten Durchgang habe ich dann jede Veranstaltung besucht und die Fälle gründlich nachgearbeitet - teils alleine und teils in einer 2-er Arbeitsgemeinschaft.
Die Fälle und Lösungen sind meines Erachtens dogmatisch auf außergewöhnlich hohem Niveau. Alleine das "Nachdenken" der verschiedenen Lösungswege und Argumentationsstränge schult das juristische Verständnis, wobei es gar nicht so sehr darauf ankommt, jede Theorie auswendig zu lernen oder gar alle Probleme zu kennen. Im Examen kommt es im Unterschied zu den Klausurenkursen im wesentlichen auf eine gute Argumentation an und nicht so sehr auf Schlagworte.
Ich habe meine Examensklausuren mit den Anmerkungen der Korrektoren durchgesehen und hatte überall dort schlechte Ergebnisse, wo ich nicht argumentiert, sondern auf "herrschende Meinung", "Rechtsprechung" versiesen oder schlicht ausgeführt habe, dies oder jenes sei "nicht sachgerecht", "unbillig" oä (und andersrum).
Und genau deshalb ist es sehr hilfreich, wenn in den Tutoriumsfällen auch ältere Theorien oder nicht mehr vertretene Meinungen und ihre Argumente angeführt werden.
Damit soll aber nicht geleugnet werden, dass es im Examen ebenso auf abfragbares Wissen ankommt, daher ist es auch wichtig, sich Aufbauschemata und Definitionen einzuprägen. Hinsichtlich der Definitionen bin ich dem Vorschlag von Herrn Herresthal gefolgt und habe mir ein Definitionen-Heft angelegt. Das hilft doppelt, denn zum einen freut sich natürlich jeder Korrektor, wenn er eine richtige Definition liest (oder in der mündlichen Prüfung hört) und zum anderen hilft einem die Kenntnis der genauen Definition auch oft, ein Problem zu erkennen, man sieht dann nämlich plötzlich, wo's im Fall dann eben problematisch wird. Nicht erforderlich ist es hingegen nach meiner Einschätzung, alle möglichen BGH-Fälle zu kennen, ständig Entscheidungen nachzuarbeiten uä. Wenn überhaupt, kommt der Fall dann im Examen ein bisschen anders dran und man kann sich eh nicht mehr genau erinnern, wie das der BGH denn nun gemacht hat.
Ganz besonders empfehlen möchte ich zum Schluß noch die Einführungsveranstaltung des Tutoriums zum Wintersemester, welche früher Hr Grigoleit und nun Hr Herresthal machen. Zum einen hat mich das Ganze total motiviert und es mir ermöglicht, subjektiv die Schwelle zum "Jetzt geht's los" zu überschreiten und zum anderen werden klar und deutlich die Faktoren für eine erfolgreiche Examensvorbereitung dargestellt: man muss dahin, wo's weh tut, würde man im Fussball sagen!
- also den Textmarker weglegen und dafür verstehen, was man liest,
- über 50 Klausuren schreiben
- 6-Tage-Woche
(Wobei das nicht heissen soll, dass ich das alles so geschafft habe).
Ich wünsche der universitären Examensvorbereitung, dass es die zivilrechtlichen Tutorien noch lange gibt und dass endlich auch das öffentliche Recht und das Strafrecht vergleichbare Veranstaltungen anbieten.
Und nochmals: ganz herzlichen Dank für alles!!
Maximilian
PS: Ach ja, man spart immerhin noch 1500-2000 Euro.
Elvis (Termin 2004/I):
Sehr geehrtes Tutoriumsteam,
liebe KommilitonInnen,
ich habe mich vor einiger Zeit entschlossen, das Examen ohne kommerziellen Repetitor zu absolvieren und mich im Zivilrecht überwiegend mit dem Tutorium vorzubereiten. Bei diesem Entschluss geholfen haben mir die damals vorhandenen Erfahrungsberichte, aus denen hervorging, dass auch ohne Repetitor und nur mit dem Tutorium gute (oder vielleicht sogar bessere???) Noten erreichbar sind.
Aus diesem Grund möchte ich nun allen, die ebenfalls vor dieser Frage stehen, mit meinem Erfahrungsbericht die Entscheidung pro Tutorium erleichtern.
Ich habe das Tutorium mehrfach komplett gehört, beginnend bereits ab dem dritten Semester. Nachträglich würde ich das anders gestalten: Die Semester drei und vier sind definitiv zu früh, da das Niveau der Veranstaltung einfach viel zu hoch ist. Die Zeit kann man anders besser investieren.
Heute würde ich das Tutorium kompakt in zwei Semestern absolvieren, danach ein Wiederholungs- und Übungssemester einlegen und im Anschluss daran das Examen schreiben.
Inhaltlich deckt das Tutorium alle wichtigen Problemfelder und Gebiete umfassend ab. Was die Aktualität angeht, ist es nicht zu schlagen.
Zur Form der Darbietung: Es wird weniger Wert auf "Sounds" etc. gelegt, denn auf das Erlernen der Fähigkeit zu argumentieren und zu werten. Im Tutorium wird desöfteren der Sinn und Zweck einer Norm erläutert und hinterfragt, warum diese überhaupt nötig ist.
Aber am allerwichtigsten: das Tutorium legt großen Wert auf strukturiertes Lernen. Was nützt es schon, ein Problem und drei Meinungen dazu zu kennen, wenn man nicht weiß, unter welchem Prüfungspunkt das Problem sinnvollerweise anzusprechen ist?
Auch im Hinblich auf die mündliche Prüfung ist das Tutorium durch seine Tiefe und Aktualität eine sehr gute Vorbereitung.
Zwar hat bei den Dozenten in letzter Zeit ein gewisser Wechsel stattgefunden, so dass ich nicht zu allen etwas sagen kann, die mir bekannten sind jedoch allesamt äußerst kompetent, engagiert und motiviert. Bei allen liegt das Examen noch nicht allzu lange zurück, so dass sie die Sorgen des Studenten kennen.
Alles in allem hat mir das Tutorium im Zivilrecht zu einem Schnitt von genau 11 Punkten verholfen. Dafür herzlichen Dank!
Zuletzt noch ein auch nicht zu unterschätzender Aspekt: die gesparten 1500-2000 Euro kann man nach dem Examen erst mal in einen schönen Urlaub investieren...
Viel Spaß und Erfolg!
Johannes (Termin 2003/II):
Also, vor dem Erfahrungsbericht muß mal eines gesagt werden:
DAS TUTORIUM IST MIT ABSTAND DIE BESTE VERANSTALTUNG, DIE DIE LMU IHREN JURASTUDENTEN ZU BIETEN HAT.
Wenn das Tutorium aus Kostengründen dicht machen müßte, wäre das eine Katastrophe und das Ende der universitären Examensvorbereitung.
Zum Erfahrungsbericht:
Ich habe im Termin 2003/II nach 9 Semestern mein Examen mit 14,41 Punkten abgelegt. Aufs Zivilrecht habe ich mich fast ausschließlich mit dem Tutorium vorbereitet. Stofflücken habe ich mit den Inhaltsverzeichnissen größerer Lehrbücher gesucht und dann die entsprechenden Stellen nachgelesen.Das Tutorium habe ich in 2 Semestern absolviert (7. und 8.) und den gesamten Stoff im letzten Semester vorm Examen nochmal durchgemacht. Das Tutorium rät grundsätzlich dazu, das gesamte Programm auf 4 Semester zu verteilen, was keinen Beifall verdient. Denn dann dauert die Examensvorbereitung mindestens 2 Jahre und damit entschieden zu lang. Das Tutorium bietet während des Wintersemesters 4 und während des Sommersemesters 3 Kurse an. Dabei habe ich jeweils 2 Kurse intensiv vor- und nachbearbeitet. Bei den übrigen Kursen habe ich mir kurz vor Beginn die Fallangaben durchgelesen. Das ist nötig, weil man sonst während des Semesters praktisch nur Zivilrecht macht und nicht zu den anderen Stoffgebieten kommt.
Bevor ich das Tutorium besucht habe, habe ich bei allen drei großen in München ansässigen Repetitorien probegehört und mich dann schließlich für das Tutorium entschieden, weil
- es nirgendwo liebevoller ausgearbeitete Fälle gibt
- man besser von überfrachteten Fällen wieder die Hälfte vergißt als von solchen, die schon nach Repetitorart mundgerecht zurechtgeschnitten sind
- Achim Wüst abschreckend unsympathisch ist und ich nicht an der Finanzierung seines nächsten 400-PS-Wahnsinns-Autos mitwirken wollte
- es nix kostet
- die Dozenten allesamt außerordentlich freundlich, gut vorbereitet und bemüht sind.
Wenn es etwas gibt, wasa ich etwas störend fand, war es der Umstand, daß es allein vom Zufall abhing, ob man nach der Veranstaltung mit oder ohne Unterlagen nach Hause ging. Aber wahrscheinlich hat sich die Situation hier durch Einführung des Coupon-Systems inzwischen gebessert.
Bei allen, die am Tutorium mitgewirkt haben, möchte ich mich hier ganz herzlich bedanken. Ihr wart super! Hoffentlich gibt es die Veranstaltung noch möglichst lange.
Johannes
Anna Frey (Termin 2003/I):
Der Erfahrungsbericht von Anna Frey wurde 2004 in der "Zeit" veröffentlicht. Sie finden den Artikel, indem Sie hier klicken. (Sie verlassen den Auftritt der Fakultät und werden extern weitergeleitet).